RÖMERMUSEUM BEDAIUM

MUSEUM FÜR DIE KELTISCH-RÖMISCHE VERGANGENHEIT DES CHIEMGAUS

Archäologischer Rundweg

Station 9

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Römerstraße bei Seebruck

Ein gut ausgebautes Straßennetz war in dem riesigen römischen Imperium für Handel, Wirtschaft und Militär von zentraler Bedeutung. Während die Straßen in der Zeit der Expansion des Reiches vor allem dazu dienten das Land zu erschließen und an die Hauptstadt Rom zu binden, boten sie in der Kaiserzeit die Vorraussetzung dafür, dass sich im Imperium Romanum Handel und Wirtschaft entfalteten, Truppen im Bedarfsfall schnell verlegt werden konnten und Kuriere oder Boten Nachrichten in alle Teile des Reiches verbreiten konnten. Größere Siedlungen entstanden hierzulande in römischer Zeit entweder an Straßenkreuzungen oder an Flussübergängen (zum Beispiel: Augsburg, Pons Aeni bei Rosenheim, Salzburg oder dazwischen BEDAIVM/Seebruck). Ihre Infrastruktur sorgte für den Erhalt des jeweiligen Straßenabschnitts, diente als Militärstützpunkt, zur Versorgung, als Übernachtungsstation oder für den Pferdewechsel der schnellen Boten.

Schon im Zwölftafelgesetz wurden Mindestanforderungen für den Straßenbau festgelegt. Eine römische Fernstraße war in der Regel 5 - 7 m breit, dazu beiderseits ein 2 - 3 m breiter Streifen der nicht bebaut oder bepflanzt werden durfte. Meilensteine (2 - 3 m hohe Steinzylinder) am Straßenrand dienten der Entfernungsangabe. Sogar Vorläufer der modernen Straßenkarten als Auflistung der Meilensteine. Wie so ein Itinerarium aussah zeigt die Tabula Peutingeriana aus dem 3. Jhd. n. Chr., die in einer Kopie aus dem 12./13. Jhd. erhalten geblieben ist. Im Segmentum IV der Tafel ist der Ort Bedaio (Seebruck) eingetragen.

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Während der Begradigung der Staatsstraßen zwischen Esbaum und Seebruck wurde der alte Straßenkörper der Römerstraße mehrmals durchschnitten, dabei konnten Untersuchungen über den Straßenkörper vorgenommen werden. Der ca. 8 m breite Damm ist heute noch ca. 30 cm erhaben. Ein Längsschnitt zeigt den typischen Schichtbau. Zuunterst liegt auf grauem Seeton ein 1 - 2,5 m dicker Moorboden. In Querrichtung zur Straßenachse befinden sich längsgespaltene Eichenstämme mit einer Länge von 5 - 6 m Länge. Über die Balken wurde eine Schicht Reisig gelegt und darüber durchschnittlich 30 - 60 cm Kiesschüttung. Die Kiesschicht war leicht gewölbt damit das Wasser abfließen konnte. Über die Jahrhunderte bildete sich eine Humus und Grasschicht über der alten Römerstraße. An Station 9 kann ein schematischer Aufbau der Römerstraße bei Seebruck besichtigt werden.

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